Alle Beiträge von Anneli Noack

Hä(n)schen klein ist nicht allein…

Es ist im WILDWALD VOSSWINKEL wieder soweit- die Zeit der Schuhkartons mit verdächtigen Luftlöchern, die Zeit der aufgeregten Anfragen: „Wir haben da im Wald ein kleines Tier gefunden“. Frühling ist die Zeit der Jungtiere: Aufgeplusterte putzige Federbällchen mit breiten Schnäbeln, staksige Kitze, großäugige Kälbchen, kleine Eichhörnchen, Hasen und blauäugige Fuchswelpen.
Und es passiert so häufig und ist so fatal. Falsch verstandene Tierliebe kombiniert mit Unwissenheit. Die vermeintlich hilflosen, verlassen aussehenden Jungtiere werden einfach mitgenommen. Weiterlesen

Uhu

Das Uhumännchen im Eingangsbereich ist im Mai 2002 hier im WILDWALD geschlüpft – und es gibt wohl kaum einen Vogel, der eine größere Fangemeinde besitzt.

„Der König der Nacht“ war im Sauerland einst ausgestorben, durch direkte, Jahrhunderte lange Verfolgung brachen die Bestände zusammen.
Durch gesetzliche Artenschutzmaßnahmen und Auswilderungsprogrammen konnte sich der Uhu in freier Wildbahn wieder erholen.
Zum Glück ist dieser faszinierende Vogel wieder da!

Der Uhu ist mit einer Flügelspannweite bis zu 1,70m und einem Gewicht bis 3kg die größte Eule der Welt.
Kennzeichnend ist der massige Körper, der breite Kopf und natürlich die großen orangefarbenen Augen sowie die – meist aufgestellten – Federohren.
Uhus jagen mit Vorliebe in der Dämmerung – im tiefen, lautlosen Suchflug oder aber als Ansitzjäger. Mit ihren riesigen Fängen erbeuten sie sehr erfolgreich Säugetiere wie Ratten, Mäuse, Eichhörnchen und Igel aber auch Vögel wie Tauben, Drosseln und andere Greifvogelarten (z.B. Mäusebussard, Waldohreulen und Waldkäuze).
Uhus sind bei der Wahl ihres Lebensraums sehr anpassungsfähig. Sie meiden eigentlich nur den dichten Wald.
Als Brutplätze bevorzugen sie Felsen und Steinbrüche, wobei in den letzen Jahren mangels dieser Standorte auch Boden- Baum- und sogar Gebäudebruten zu beobachten sind.
Unser Uhu ist von Hand großgezogen worden und dementsprechend menschengeprägt und zutraulich.
Außerhalb der Balzzeit ist der Vogel meist frei fliegend im Wildwald unterwegs und hält sich dabei gerne an der Waldschule, am Forstbetriebshof oder zum Sonnenbaden unter dem Zeltdach auf.
Es besteht also kein Grund zur Sorge, sollte die Voliere des Uhus leer und verwaist sein. Der Bewohner dieser Anlage wird sicherlich irgendwo in der Nähe sitzen.
Viel Freude beim Entdecken und Beobachten!



Ziegenherde

Seit 2009 werden im Wildwald Vosswinkel Ziegen gehalten, angefangen hat es mit einer kleine Herde bestehend aus drei weiblichen Tieren. Im Frühjahr 2017 haben wir zwei wunderschöne Burenziegen dazugekauft- es richtiger Gewinn, denn diese Rasse ist tatsächlich so gelassen, nett und aufgeschlossen wie man es ihr nachsagt.
Ziegen unterscheiden sich ganz wesentlich von Schafen – sowohl ihr Sozialverhalten als auch die Fressgewohnheiten sind völlig unterschiedlich.
Ziegen haben untereinander eine strenge Rangordnung um die bisweilen hart gekämpft wird. Jedes Tier versucht dabei energisch seine Position zu behaupten – vor allem dann, wenn es ums Fressen geht.
In der Regel steht jedoch die Ordnung fest und die Ziegen leben damit: Allzeit streitbar und trotzdem irgendwie friedlich. Sie sind zwar Egoisten, dennoch aber selten Einzelgänger.

Entgegen der langläufigen Meinung „Ziegen fressen sowieso alles“ sind sie richtige Feinschmecker. Sie marschieren nicht gerne wie Schafe über die Weide und fressen Gras, sondern bevorzugen Blätter von Bäumen und Sträuchern. Dabei zupfen sie hier ein wenig und dort und bewegen sich viel.
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden füttern wir unsere Ziegen täglich mit Himbeeren, Brombeeren, Disteln und mit Zweigen und Ästen von Laubbäumen sowie von Fichten und Lärchen.
Einmal am Tag bekommen sie jeweils eine kleine Portion Walzhafer mit Sonnenblumenkernen, Mineralfutter sowie Möhren oder – über das Winterhalbjahr – eingeweichten Zuckerrübenschnitzeln.