Damwild

Gemeinsam mit dem Rotwild und den Mufflons kommt auch das Damwild um 11.30 Uhr morgens zur Fütterung an der großen Wildwiese.

Züricher Forscher haben sich eingehend mit der Brunft der Damhirsche beschäftigt. Den Artikel von der Seite www.20min.ch haben wir hier un­gekürzt veröffentlicht.

Männliche Damhirsche röhren sich in der Brunftzeit die Kehle hei­ser. Die körperliche Ver­fas­sung der Tiere verschlechtert sich stetig, was Konkurrenten er­mutigt, einen Kampf zu wa­gen.
Elisabetta Vannoni und Alan Mc­Elligott vom Zoologischen Ins­titut der Uni Zürich untersuchten das Röhren von Damhirschen in einem irischen Park während der Paarungszeit. Wie sie im Fach­magazin ,,Animal Beha­viour” berichten, verändern sich im Lauf der Brunft diese Rufe, mit denen die Männchen um die Gunst der Weibchen werben.

Zum Höhepunkt der Paarungs­zeit röhren die Hirsche bis zu dreitausend Mal pro Stunde. Für die Stimmbänder ist diese An­strengung, die sich über zwei bis drei Wochen hinzieht, zu viel. Jene Hirsche, die sich beim Röh­ren sehr ins Zeug legten, würden gegen Ende der Brunft hei­ser, sagte Vannoni auf An­frage.
Die Forscher erkannten dies un­ter anderem daran, dass die Stim­me der Tiere zu zittern be­gann. Die Länge der Schreie nimmt mit der Zeit ab. Das liege vermutlich an der Erschöpfung der Hirsche, heißt es in einer Mitteilung der Queen Mary Uni­ver­sity in London, an der Mc­Elligott heute forscht.
Während der Brunft röhren die Hirsche nämlich nicht nur viel, sondern fressen wenig, kämpfen oft mit Konkurrenten und ver­lieren im Durchschnitt einen Viertel ihres Körpergewichts. Die Veränderung der Rufe hän­ge wohl zusammen mit dieser Verschlechterung der körperlichen Verfassung, wird McElli­gott in der Mitteilung zitiert.
Die Forscher nehmen an, dass Konkurrenten aufgrund des Röh­rens erkennen können, wie stark oder wie geschwächt ein Hirsch ist. Es sei zum Beispiel schon nachgewiesen worden, dass heisere, erschöpfte Hir­sche am Ende der Paarungszeit häufiger von Artgenossen zum Kampf herausgefordert werden, sagte Vannoni.
Die Forscher gehen davon aus, dass das Phänomen des Stimm­versagens auch bei anderen Tier­arten auftritt. Es sei wohl ver­breitet bei Tieren mit ähnlichen Strategien in der Brut­saison, wenn Männchen viel ru­fen, wenig essen und deshalb Kraft verlieren würden, sagte Mc­Elligott.