Marderhunde

Sie sind westwärts unterwegs – der Marderhund, auch Enok genannt, erobert ganz allmählich Deutschland. Ursprünglich in Sibirien, China und Japan beheimatet, hat der nachtaktive Jäger Finnland, Rumänien und Polen für sich entdeckt – und von dort ist es ja nicht mehr weit…
Der Marderhund gehört zur Familie der Hundeartigen und sieht wie eine fröhliche Mischung aus Waschbär, Hund und Dachs aus. Er ist ein typischer Allesfresser und streift, ähnlich wie der Dachs, mit sehr guter Nase durch sein Revier. Mäuse, Eier, Fische und vor allem Insekten gehören zu seiner Beute, ebenso wie Eicheln, Nüsse, Beeren und Obst. Gerade im Sommer und im Herbst ist der Anteil an pflanzlicher Kost überaus hoch.

Marderhunde bevorzugen Wälder mit dichtem Unterholz und Schilfregionen größerer Teiche und Seen. Hier bringen sie unter Reisighaufen oder in verlassenen Dachsbauten ihre Welpen in gut gepolsterten Nestern zur Welt. Marderhunde sind monogam und bleiben ein Leben lang als Paar zusammen. Beide kümmern sich um die Aufzucht der Jungen.
Ein erstaunliches Tier mit dem „Makel des Neozoen“ – das derzeit noch mit großer Skepsis und Misstrauen betrachtet wird. Wen wird er ausrotten, wen wird er verdrängen? Doch auch unser viel bewundertes Damwild, das gedrungene Muffelwild, der bunte Fasan oder der pummelige Waschbär haben andere Heimatländer. Aus Kleinasien, Korsika, Mittelasien und Amerika wurden sie eingeführt – teilweise haben sie jetzt den Status des heimischen Wildes erhalten! Übrigens beweisen fossile Funde, dass eben dieser Marderhund in grauer Vorzeit schon einmal bei uns heimisch war. Alleine deswegen sollte ihm eine (zweite) Chance vergönnt sein.
Seit 2013 sind drei weibliche Marderhunde im WILDWALD VOSSWINKEL zu Hause. Die Tiere stammen aus einem Tierpark in Solingen und sind Nachzuchten aus 2012. Wir wünschen tolle Beobachtungen und spannende Momente beim Kennenlernen einer noch recht unbekannten Tierart.