Waschbär

„Der mit den Händen kratzt“.
Kein Wunder, dass die amerikanischen Ureinwohner das pelzige Tierchen, das sich überwiegend an Bächen und Flüssen aufhält, so nannten. Im Deutschen hat sich die Beobachtung, das Tier würde seine Beute waschen, durchgesetzt, so dass es hier als Waschbär bezeichnet wird.
Der in Nord­amerika heimische Kleinbär ist bis zu 70 cm lang – sein Schwanz noch einmal rund 40 cm – und etwa vier bis neun Kilo schwer. Die Männchen sind in der Regel schwerer und größer als die Weib­chen.

Zu Beginn des Jahres streunen die Männchen auf der Suche nach den Weibchen nachts bis zu 20 km umher. Das Liebesspiel selbst dauert mehrere Nächte, da­nach macht sich das Männchen in der Regel wieder aus dem Staub. So geschieht es auch alljährlich bei unseren Waschbären im Gehege, in dem eigentlich nur ein Weibchen beheimatet ist. Dieses bringt dann nach einer Tragzeit von 65 Tagen zwei bis fünf blinde Junge zur Welt, die die Ohren noch ge­schlossen ha­ben und gerade mal 75 g wiegen. Erst nach zwei Mona­ten unternehmen diese erste Streif­zü­ge in Ob­hut der Mutter, zwei weitere Mo­nate später gehen sie alleine auf Beutezug. Die Nahrung besteht überwiegend aus Obst, Nüssen und Getreide, den übrigen Teil machen Insekten und Kleinsäuger sowie Vö­gel aus. Bei der Nachtjägerfütte­rung im WILDWALD, die um 15.00 Uhr bei den Waschbären beginnt, kann man sich ein Bild dieser Nah­rungsvielfalt machen. Neben Ein­tagsküken oder Taube gibt es täglich frisches Obst sowie Trocken­hundefutter. Beim Obst wird nahezu täglich variiert. Am liebsten essen die Waschbären Weintrau­ben, aber auch Bananen, Äpfel, Rosinen, Trockenpflaumen, Kiwis und Birnen füllen die Futternäpfe.
Den ersten Winter nach ih­rer Ge­burt verbringen die Welpen oft gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in beieinander liegenden Schlafplätzen. Ge­schlechts­reif sind Waschbären erst im zweiten Lebensjahr.
Die Soh­len­gänger, deren Pfoten fünf einzelne Ze­hen haben, können an Land Ge­schwin­digkeiten von bis zu 24 km/h erreichen – im Wasser 5 km/h. Mit den Vorderpfoten ertas­ten sie selbst im eiskalten Wasser sehr zielgerichtet ihre Beute. 2/3 der Großhirnrinde verarbeiten le­diglich die Sinnes­ein­drücke der Pfo­ten – so viel wie bei keinem anderen Tier! Da Wasch­bä­ren farbenblind sind und auch im Dun­keln nur wenig sehen, müssen sie sich auf ihr Gehör verlassen. Das ist so gut ausgebildet, dass sie sogar unter der Erde grabende Re­gen­würmer ausmachen können.