Amphibienwanderung beginnt spät

Krötenzaun
Inga Lena wirft einen Blick in den Eimer, rührt ein wenig mit dem Stock das Laub auf: „Leer.“ So geht es schon seit zehn Eimern. Manuel läuft neben ihr her und trägt gewissenhaft einen Strich auf dem Aufnahmebogen ein. Die beiden Naturschutzhelfer befinden sich auf der Abwanderungsseite des Amphibienschutzzaunes zwischen Vosswinkel und Höllinghofen, an dem man einige Jahre zuvor knapp 1.800 Tieren auf die andere Straßenseite geholfen hat. „Ich will endlich ein Erfolgserlebnis“, meint Inga Lena und stapft enttäuscht zum nächsten Eimer. Die beiden haben kein Glück: Nicht eine einzige Kröte ist über Nacht in einen der eingegrabenen Eimer abseits der Straße gefallen. „Vermutlich ist es zu trocken und zu warm“, überlegt Manuel. Gemeinsam mit Inga überquert er die Straße und schaut auf der Zuwanderungsseite in die dort befindlichen Eimer. Beim achten Eimer strahlen beide über das ganze Gesicht – endlich das erhoffte Erfolgserlebnis! Frösche und Kröten im Doppelpack sitzen auf dem Boden des Eimers. Vorsichtig heben Inga Lena und Manuel die Tiere in einen separaten Eimer, notieren den Fund und gehen weiter. In jedem nun folgenden Eimer finden sie Erdkröten, Grasfrösche und Molche, insgesamt 17 Tiere. Für einen recht trockenen und warmen Tag eine gute Zahl. Als Teilnehmer am Freiwilligen ökologischen Jahr im Wildwald Vosswinkel unterstützen Inga Lena Rusche und Manuel Lüling die Ehrenamtlichen der Waldakademie Vosswinkel bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes.