Familie Höhne,
die Pächter vom Haarhof
im Gespräch

Seit Ende Januar hat der Haarhof einen neuen Pächter, Familie Höhne. Das sind:
Kathrin (KH) und Martin Höhne (MH) und die Kinder Chiara (C), Luca (L) und Hanno.
Nach Ankommen und Einleben möchten wir euch die Familie nun endlich vorstellen (Foto: WILDWALD Vosswinkel):

„Wo habt ihr vorher gewohnt?“

KH: in Freienohl

MH: direkt mittendrin, gegenüber von der Kirche

„In einem Haus, oder einer Wohnung?“

MH: in einer Wohnung

„Was habt ihr vorher gemacht?“

KH: Ich habe vorher Vollzeit gearbeitet und jetzt auch, also alles „wie immer“. Und (Blick auf Martin) du warst zu Hause bei den Kindern.

MH: Nachdem Hanno geboren wurde (vor 2 Jahren), habe ich noch eine Zeit lang gearbeitet, aber dann haben wir getauscht und ich war Hausmann.

„Jetzt seid ihr also auf dem Haarhof, einem Waldbauernhof angekommen. So einen Hof zu bewirtschaften, ist das neu?“

KH und MH: (gemeinsam) Nein!

KH: Wir hatten schon immer damit zu tun. Ich kam vom Dorf mit Pferden und allem was dazu gehört und (wendet sich an Martin) du kamst auch vom Dorf…

MH: Ja, vom Dorf, wo’s mehr Kühe als Menschen gibt. Wir hatten früher auch Garten und einige Tiere: Hasen, Gänse, Puten, Hühner, Schafe.

„Also, vertrautes Umfeld, aber jetzt in Eigenverantwortung.“

MH und KH: Ja, das ist neu

„Was ein Sprung! Aus der Wohnung in Freienohl auf einen Bauernhof mitten im Wald. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?“

MH: Das haben wir eigentlich immer gesucht. Mit ein bisschen Platz drum herum und Tieren dabei. Katty wollte immer schon 2 Pferde haben.

KH: (wirft lachend ein) Jetzt haben wir 2 Esel

MH: ein paar Hühner dabei…

KH: Und wir wollten auch Eigenversorger sein, mit einem Bauerngarten. Von den Produkten zu leben, die man selber erwirtschaftet, ist ein Traum. Auch wenn es zu wenig ist, davon zu leben, es ist ein Anfang.

„Von der Idee bis zum Umzug, wie lange hat das gedauert?“

MH: 3 Jahre in etwa. Wir haben uns auch noch was anderes angeguckt, aber das passte überhaupt nicht und war finanziell auch nicht stemmbar. Die Patentante von Hanno hat uns auf den Haarhof aufmerksam gemacht. Wir haben kurz überlegt, uns Hanno geschnappt und sind in den WILDWALD gefahren.

KH: Das war genau das, was wir uns immer so vorgestellt haben. Mit Fachwerk, Klinker und Stall.

MH: Ich habe am nächsten Tag mit Frau Noack (Anmerkung Betriebsleiterin Wildwald) telefoniert, sie hat mir die Unterlagen per Mail geschickt und eine halbe Stunde später habe ich einen Besichtigungstermin vereinbart. Frau Noack war ganz überrascht, dass die Rückmeldung so schnell kam. Sie gab uns den Tipp, doch erst in aller Ruhe zu überlegen und vielleicht eine Nacht drüber schlafen. Aber nee, meine Frau hat gesagt, ich soll gleich einen Termin für die Besichtigung machen.
(KH lacht)
Und jetzt sind wir hier.

„Wie sieht euer Alltag aus?“

KH: Voller Arbeit.

MH: Aufstehen, Arbeit, Feierabend, schlafen. (lacht)

KH: Gegen 6 h stehen wir auf.

MH: Brote machen für die Kinder, Kinder wecken. Das kann manchmal ganz schön dauern. Die Großen in die Schule bringen, Hanno in den Kindergarten, nach Hause kommen, eben andere Schuhe anziehen, Tiere versorgen. Je nachdem wie das Wetter ist, draußen arbeiten oder weiter am Haus. Brennholz hacken, irgendwas von rechts nach links räumen, was stört, es gibt immer was. Wenn die Kinder von der Schule kommen, essen wir, dann Pause und Hausaufgaben. Und später helfen sie auch auf dem Hof.

L: und bevor ich rausgehe, gucke ich noch immer noch eine Folge meiner Lieblingsserie, das Geheimnis des Hunters. Danach machen wir immer die Tiere, hacken Holz, oder ich helfe beim Trecker irgendwas oder mähe den Rasen.

KH: Ja, Rasen mähen ist jetzt Luca’s Aufgabe. Wenn ich von der Arbeit komme, dann gibt es erstmal schönes Kaffeetrinken mit lecker Cappuccino. (lacht)

MH: danach geht’s weiter, je nachdem, was anliegt. Abendessen dann so zwischen 6 und 7. Und um kurz nach 8 gehen die Kinder ins Bett, wir gucken, was noch zu tun ist, z. B. Kartoffeln für die Schweine kochen. Machen dann aber auch Feierabend und gehen gegen 10, halb 11 ins Bett.

„Welche Pläne habt ihr für den Haarhof?“

MH: Vielleicht nächstes Jahr ein Kälbchen, wenn es klappt (lacht) und Kathrin hätte gerne Pferde.

KH: Ja, ich möchte unbedingt Pferde. Ich habe auch einen Kutschenschein. Vielleicht kommt der dann auch mal zum Einsatz. Und den Bauerngarten bepflanzen. Mit Kohlrabi und ganz viel anderem Gemüse.

„Jetzt wohnt ihr mitten im Wald. Wo würdet ihr gerne in Urlaub hinfahren?“

KH: wir sind vorher immer an die Nordsee zu einem Bauernhof gefahren. Das brauchen wir jetzt nicht mehr. Jetzt lieber das volle Programm. All inklusive, nichts machen. Gerne so richtig am Strand, wo’s warm ist oder mal eine Rundreise durch Norwegen.

MH: es wird wahrscheinlich auf Norwegen hinauslaufen (lacht). Ansonsten nochmal an die Nordsee, Schweden oder vielleicht mal nach Kanada.

C: auf den Bauernhof an die Nordsee (lacht). Dort gibt es noch mehr Tiere und viele Kinder.

L: Ja, an die Nordsee. Das schönste daran ist, weil dort meine Freunde Tim und Marvin sind. Die nehmen mich auch immer mit, wenn sie Trecker oder Mähdrescher fahren.

„Gibt es etwas, was ihr euch von den Besuchern hier oben wünscht?“

KH und MH (gleichzeitig und eindringlich):
Das sie die Tiere nicht füttern.

MH: weil es leider einfach zu viel und oft auch das Falsche ist.

KH: manche Besucher sagen „es ist ja nur eine Handvoll“, oder nur 1 Apfel, oder nur 1 Möhre. Über den Tag über kommt das halt öfter vor. Auch bitte kein Kuhfutter aus dem Stall ziehen und an die Esel verfüttern. Davon bekommen sie Durchfall.
Letztlich tut man den Tieren nichts Gutes damit und wir müssen den Tierarzt rufen.

MH: und müssen dafür auch noch die Kosten tragen.

KH: Den Tieren hier oben geht es gut und sie werden von uns artgerecht gefüttert.

MH: Wir haben aber auch schon viel Positives erfahren. Man merkt, dass sich die Besucher freuen, dass der Haarhof wieder bewirtschaftet wird.

vielen Dank für das Gespräch und hier noch ein kleiner Fragebogen zum
Ausfüllen für alle:

 

Frage Martin Höhne Kathrin Höhne Chiara (13) Luca (8) Hanno (2)
Was ist jetzt anders? Alles, der Tagesablauf hat sich komplett verändert. Man darf beim Einkaufen nix vergessen! Alles! Unser Alltag hat sich im Ganzen verändert. Alles, wir wohnen in einem Wald neben einem Hirschgatter. Vorher haben wir in einer Wohnung an der Hauptstraße gewohnt Das wir mehr Tiere haben
Was war die größte Umstellung? Die Kinder zur Schule und in den Kindergarten fahren. Die Großen konnten ja sonst laufen. Eine ½ Stunde zur Arbeit zu fahren! Alles, aber die größte Umstellung ist, dass wir mehr Tiere haben Mehr Arbeit
Vermisst Du etwas? Ja, dass man kein Essen bestellen kann, ohne es abholen zu müssen! Den deutschen Döner vom Sultan. Der liefert nicht so weit! Nein nix
Was sagen Deine Freunde/Familie Es ist schön, aber viel Arbeit. Und ihr schafft das schon Habt ihr euch das gut überlegt?!
Dennoch freuen sich alle!
Sie finden es super Das es cool ist
Kommen sie gerne zu Besuch? Ja, es gibt ja viel zu sehen und es verändert sich immer was. Ja, klar Ja Ja
Berufswunsch Ich bin zufrieden! Schnittchen schmieren bei der NASA Was Soziales, z. B. Grundschullehrerin
Berufswunsch als Kind: Bauer/Forstwirt Pferdewirtin/Tierärztin Kindergärtnerin LKW-Fahrer Feuerwehrmann Sam
Wann bist Du besonders glücklich? Wenn man abends nach Feierabend auf der Bank sitzen kann, die die Tiere (Kühe/Schweine) angucken kann und die Ruhe mit seiner (meiner) Frau genießen kann! Wenn Martin und ich oder alles zusammen Zeit zusammen verbringen!
Aber eigentlich immer 🙂
Das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern. Wir leben unseren Traum
Wenn wir als Familie zusammen sind. Wenn es Familie und Freunden gut geht. Wenn wir beim Sultan bestellen Beim Treckerfahren mit Papa